Jungenberg Chardonnay 2019 – über zeitlose Schönheiten

 In Weine

Eine zeitlose Schönheit ist der Jungenberg, der viele Reife verträgt, aber nicht braucht. Und als ob der Name Programm wäre hat man fast das Gefühl, er hielte diejenigen, die damit zu tun haben bzw. ihn trinken für immer jung.

Zugegeben, es ist nicht nur unser Verdienst, dass der Wein so ist wie er ist. An der Oberfläche der südöstlich exponierten Parzelle tritt das Urgestein, der Schiefer, zu Tage. Günstigerweise verlaufen die Zeilen entlang einer strauchigen, schattenspendenden Böschung, die die Trauben etwas vor der heißen burgenländischen Nachmittagssonne schützt. Knapp 30-jährige Chardonnay Reben, von den – noch immer jugendhaften – Eltern gepflanzt, tun das ihre und wenn man dann noch für Biodiversität sorgt und es gleichzeitig nicht mit den Erträgen übertreibt, kann man ja fast nix falschmachen, oder?

„It has come a long way“, könnte man über den heutigen Stil sagen. Begonnen haben wir mit dem Ausbau im 228 Liter Piece nach Montrachet-Vorbild im Jahrgang 2006. Sehr aufregend war das damals. Viele weiße Burgunder wurden in der Vorbereitung auf den ersten eigenen Lagenwein getrunken und viel herumtelefoniert, wie die das dort machen. Der erste Versuch war gleich sehr gelungen und die Erkenntnisse wurden bei einer Reise in das Chardonnay-Mekka nochmal vertieft. Bis einschließlich 2011 haben wir nach dem Vorbild der burgundischen Ikonenweine gearbeitet. In neuen und gebrauchten 500-ern und kleinen Fässern ausgebaut denke ich, dass 2013 der größte Jahrgang der klassischen Variante war.

Ab 2015 begannen wir verstärkt auch Maischestandzeiten auszuloten, bestimmt haben wir im ersten Jahr damit übertrieben, mittlerweile ist die Balance gefunden. Als wir dann vor einigen Jahren unsere ersten Stockinger-Ovalfässer ausprobiert und Teilmengen des Weins im Beton-Ei ausgebaut haben, war es ganz klar in welche Richtung es gehen sollte: Nicht zu lange Maischestandzeit, Gärung und Ausbau zum Teil im Ei und im Oval und natürlich – wie vom ersten Tag an – Spontangärung. Mit dem 2017er Jahrgang sind wir dann angekommen in unserer Jungenberg-Stilistik. Dieses Ankommen manifestiert sich seit dem 2018er auch im neuen Kleid des Weines: Mit Weindepot als Farbe und der Handfläche als Pinsel ergab sich ein Symbol, das einem Schieferstein (der dominanten Bodenformation am Jungenberg) ähnelt.

Zu beschreiben, was Euch geschmacklich erwartet, fällt mir ja bekanntlich schwer. Und nachdem es vom neuen Jahrgang noch kaum Profi-Weinbeschreibungen gibt, verweise ich einfach auf den Gault Millau-Text des Vorjahres zum 2018er Jahrgang. Denn auch wenn der 2019er ein leichterer, frischerer Typus ist, so ist er nicht so viel anders als der Vorgänger:

„Markus Altenburger ist der heißeste Tipp in Sachen Blaufränkisch vom Leithaberg in seiner klarsten und authentischen Art. Sein Jungenberg aus 2017 könnte nicht besser sein: dicht, hochkomplex, voller mineralischer Würze und dunkler Frucht samt gutem Reifepotential. Auch der Chardonnay 2018 von derselben Riede ist ein Ausnahmewein. Er punktet durch seine rauchige, salzige Art, ist engmaschig, fokussiert, steinig im Gesamteindruck – schlicht ein genialer Spiegel des Terroirs.“ 19/20 Punkte

Zu bestellen gibt es diese zeitlose Schönheit wie immer unter www.jungenberg.at

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